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Online Shops

"Google Zertifizierte Händler" – Hilfreiche Infos für Kunden, wertvolle Daten für Google

26th November 2013

Nach der erfolgreichen Einführung des „Google Trusted Stores“-Programms in den USA im vergangenen Herbst folgte in diesen Tagen nun das deutsche Pendant, welches auf den Namen „Google Zertifizierte Händler“ hört. Im Gegensatz zu bekannten Siegeln wie z.B. von Trusted Shops, TÜV Süd oder EHI bietet das Siegel lediglich „hilfreiche Informationen“ statt echten Käuferschutz, die Händler und die Kunden müssen Google außerdem tief in die Bestellungen blicken lassen um teilnehmen zu dürfen.

So sieht das Shop-Siegel aus

Auf der Website wird ein durch Google bereitgestellter JavaScript-Code eingebunden. Dadurch erscheint ein sehr präsentes Rechteck in der unteren rechten Ecke des Browserfensters, welches seine Position auch beim Scrollen beibehält. In Unterschied zu gängigen anderen Siegeln hat das Google-Siegel also eine fixe Positionierung und ist immer sichtbar.

Google Zertifizierte Händler im Shop

Fährt der User mit der Maus über das Siegel erscheint eine Art Modal mit Informationen über die Qualität des Online-Shops bzw. des Händlers. Wie schnell werden Bestellungen versandt? Wie effizient arbeitet der Kundenservice? Außerdem finden sich Informationen zu Googles Käuferschutz.

Google Zertifizierte Händler Detail

Die Anforderungen

Derzeit wird das neue Shop-Siegel in sieben ausgewählten deutschen Online-Shops getestet. Die Anforderungen, die ein Händler erfüllen muss, um das Siegel in seinem Shop anzeigen zu dürfen sind dabei nicht unerheblich. Dazu kommt, dass die Einhaltung der Anforderungen regelmäßig automatisiert überprüft wird. Werden diese nicht mehr erfüllt, deaktiviert Google den entsprechenden JavaScript-Code und das Siegel wird nicht mehr angezeigt; ein Missbrauch ist so weitestgehend ausgeschlossen.

Zu den Anforderungen zählen unter anderem:

  • Mindestens 200 versendete Bestellungen in den letzten 28 Tagen
  • Mindestens 90% der Bestellungen müssen pünktlich versendet werden
  • Mindestens 50% der Bestellungen müssen mit UPS, FedEx oder DHL versendet werden
  • Bei maximal einer von 5.000 Bestellungen darf eine Beschwerde an Google gestellt werden
  • Maximal eine von 15.000 Bestellungen darf durch Google zurückerstattet werden

Kleine Shops, die weniger als 200 Bestellungen im Monat versenden und aller Wahrscheinlichkeit nach ein geringes Budget für Werbeanzeigen aufweisen werden von vornherein ausgeschlossen. Kosten, die durch Rückerstattungen erfolgen können, werden durch die „1 von 15.000“-Regel begrenzt.

Was hat der Händler davon?

Mehr Vertrauen, mehr Aufmerksamkeit, steigende Conversions durch starkes Vertrauenssiegel. Die Kunden kennen Google, den TÜV zwar auch, aber der kostet auch einige Tausend Euro und kann mit Kosten für technische Anpassungen verbunden sein. Das Google-Zertifikat ist kostenfrei, im Vergleich zu den etablierten Siegeln erfolgt jedoch keine tiefgreifende und wichtige Prüfung und eine Anpassung des Shops an rechtliche Vorgaben ist nicht notwendig – der Händler erhält zwar ein Siegel aber per se ist das Google-Zertifikat nicht mit einer Zertifizierung durch z.B. Trusted Shops zu vergleichen.

Was haben die Kunden davon?

Für die Kunden erscheint der Online-Shop transparent – auf einem Blick erhält er Informationen zum Kundenservice und zur Qualität des Versands. Durch den Käuferschutz kann er sich bei Problemen an Google wenden; im Extremfall sogar eine Kostenrückerstattung erhalten (maximal 1000 € im Leben).

Was hat Google davon?

Um alle Anforderungen für den Erhalt des Zertifikats zu erfüllen ist der Händler verpflichtet, Auskunft über jede Bestellung zu geben. 50 % der versandten Bestellungen müssen sogar zwingend mit UPS, FedEx oder DHL verschickt und mit einem Tracking-Code versehen sein. Dafür müssen zwei Datenfeeds eingebunden werden; der Versand-Feed beinhaltet dabei die Bestellnummer, das Versanddatum, den Namen des Paketdienstleisters und den Tracking-Code – durch den Annulierungs-Feed werden Google Stornierungen, doppelte Bestellungen etc. mitgeteilt.
Da für den Käuferschutz ein Google-Konto benötigt wird, ist Google in der Lage Bestellungen diesen Konten zuzuordnen. Auch wenn nicht bekannt ist, was genau für Waren bestellt wurden, kann dies in den meisten Shops relativ gut eingegrenzt werden. Dieses Wissen kann dann durch Google dazu verwendet werden, AdWords-Anzeigen effizienter auszugeben und eine höhere Klickzahl zu erreichen. Vereinfachtes Beispiel: Wenn Max Mustermann in einem Online-Shop für Anglerbedarf eine Bestellung aufgegeben hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er an Angelzubehör interessiert ist und in der Folgezeit auf eine entsprechende AdWords-Anzeige klickt.

Fazit

Das Google-Siegel ist eine Bestätigung, dass der Händler pünktlich verschickt und Probleme beim Versand effizient behoben werden. Der Shop selber wird durch Google nicht geprüft, lediglich werden die beiden Daten-Feeds, also zwei XML-Dateien verarbeitet und ausgewertet. Das Google-Siegel mit einem etablierten Siegel zu vergleichen wäre nicht angemessen. Kunden bauen Vertrauen zu einem Shop durch ein Zertifikat anhand von rechtlichen Prüfungen und Mindestvorraussetzungen auf, was jedoch von Google nicht geboten wird.

Ob das Siegel in Deutschland Erfolg hat ist keineswegs sicher, aus meiner Sicht sind die Schattenanteile dieses Services größer und bedeutender als bei anderen Google-Produkten.

Kommentare

  • Paschen
    15:20 am 21. Juli 2015
    Paschen
    Antworten Autor

    Für mich tut sich die Frage auf, wie die Anzeige „Googel zertifizierter Händler unterdrückt werden kann.
    Zum einen möchte gruindsätzlich ich keine ungebetenen Bildschirmeinblendungen,
    zum zweiten interessiert mich eine Googel-Zertifizierung so viel, wie wenn in China ein Fahrrad umfällt.
    Interessannt wäre es, wenn Googel Garantie gibt. Alles andere ist wischiwaschi, und ich frage mich, welche Daten Google hier wieder im Hintergrund abschöpft!