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⚡ Mit AMP bei Google gefunden werden

26th Januar 2017

AMP steht für Accelerated Mobile Pages und die Idee hinter den beschleunigten mobilen Seiten ist mehr als simpel. Eine AMP-Seite setzt sich aus genau 3 Elementen zusammen: AMP HTML, AMP JS und AMP Cache. Das Ergebnis ist eine Webseite, die auf mobilen Geräten extrem schnell angezeigt wird. Wer profitiert davon? Wie funktioniert das? Wie sieht das in der Praxis aus?

Offiziell hat Google die Accelerated Mobile Pages erstmals am 7. Oktober 2015 im eigenen Blog vorgestellt. Seitdem wird das Open-Source-Projekt fröhlich weiterentwickelt und von Google selbst gepusht – Anfang 2016 folgte die Möglichkeit Analytics einzubinden, im Juni kam das AMP HTML-Tag amp-sidebar hinzu, das die Einbindung einer Navigation ermöglicht und seit Oktober 2016 werden Formulare unterstützt – um nur 3 Beispiele zu nennen.

Welchen Zweck erfüllt AMP?

Wer im Internet Inhalte veröffentlicht, macht das in der Regel, damit diese gefunden und konsumiert werden – am besten von so vielen Menschen wie möglich. In den letzten Jahren hat sich der Ort des Konsums verschoben, vom offenen, freien Internet weg, hin zu einer kleinen Anzahl großer Anbieter wie z.B. YouTube oder Facebook. Welche Gefahren damit einhergehen können, möchte ich hier nicht weiter vertiefen, es führt jedoch dazu, dass Publisher gezwungen sind, ihre Inhalte für diese Plattformen zu erstellen.

Im Fall von Facebook bedeutet das Instant Articles. Publisher verpacken dort ihre Inhalte in einem vorgegebenen Format und speichern das ganze auf den Servern von Facebook. Der Publisher profitiert von einer höheren Reichweite, da seine Artikel in Facebook priorisiert angezeigt werden. Monetarisiert wird das ganze natürlich direkt über Facebook – bedeutet, dass Facebook bestimmt welche Anzeigen geschaltet werden können.

Facebook Instant Article

Instant Articles öffnen sich direkt in der Facebook-App

Mit AMP gibt Google den Publishern wieder ein Stück Kontrolle zurück. Zwar gibt es auch hier ein vorgegebenes Format, die Inhalte werden auf Google Cache-Servern gespeichert und nur unterstützte Werbeplattformen können genutzt werden, aber im Januar 2017 stehen bereits über 90 verschiedene Werbenetzwerke zur Auswahl. Ähnlich sieht es mit Webanalyse-Diensten aus, wodurch Publisher alle Statistiken in ihrem gewohnten Tool erhalten.

Warum sollte ich AMP nutzen?

Ganz gleich, ob man eine große News-Website betreibt oder eine Online-Datenbank für Kochrezepte – von der Nutzung von AMP können viele Websites profitieren. Das beste Beispiel ist das noch relativ neue Schlagzeilen-Carousel in der mobilen Google-Suche. Sucht ein Nutzer nach einem Thema, dass derzeit Neuigkeiten produziert, erscheint an erster Stelle genau diese Schlagzeilen. Die einzige Möglichkeit für einen Publisher in diesem Bereich angezeigt zu werden, ist die Bereitstellung seiner Inhalte im AMP-Format.

Da AMP-Seiten tatsächlich sehr schnell sind, profitieren auch die Nutzer, die die Inhalte auf ihren mobilen Geräten ohne lange Ladezeiten und mit geringem Datenverbrauch angezeigt bekommen. Auch dann, wenn sie sich nicht im WLAN oder LTE-Netz befinden. Es kommt also viel seltener zu frustrierten Nutzern, die abspringen bevor die Webseite endlich vollständig geladen ist und die Chance ist höher, dass diese die Website erneut besuchen.

Wir können schon heute davon ausgehen, dass das Vorhandensein einer AMP-Version ein ausschlaggebender Rankingfaktor sein wird. Nach dem bekannten Mobilegeddon, also die Algorithmusanpassung am 21. April 2015, die mobiloptimierte Websites in den Suchergebnissen nach oben gepusht hat, ist das Eintreffen der Ampokalypse nur noch eine Frage der Zeit.

Wie ist eine AMP-Seite aufgebaut?

Ein AMP-Seite besteht aus einem sehr restriktivem HTML. Nur wenige Tags sind erlaubt und werden durch das Präfix <amp-*> kenntlich gemacht, also z.B. <amp-img> anstelle von <img>. Eine Übersicht über alle erlaubten Tags findet sich in der Dokumentation des Projektes.

AMP-Tagliste

HTML-Tagliste von AMP

Jegliches CSS muss Inline eingebaut werden, die Verwendung von Javascript und Javascript-Bibliotheken ist nicht erlaubt – mit einer Ausnahme: AMP JS. Diese Datei sorgt für alle weitere Funktionalität, wie zum Beispiel dem Nachladen von Bildern, die erst beim Server angefragt werden, wenn sie in den Viewport gescrollt werden. Das Javascript kann dabei nicht verändert oder ergänzt werden, sondern wird vom AMP-Team kontinuierlich weiterentwickelt. So entstehen Extensions wie amp-iframe, was die Einbindung eines iframes erlaubt oder auch Drittanbieter-Tags wie amp-twitter (um einen Tweet einzubetten) oder amp-ad, für das Ausspielen von Werbung.

Damit die Seite wirklich schnell ausgeben werden kann, muss sie im letzten Schritt in dem Google AMP Cache geladen werden. Google bietet diesen Service kostenlos an und Publisher profitieren von Googles CDN und weniger Trafficlast auf den eigenen Servern.

Wie aufwändig ist der Einsatz von AMP?

Die Erstellung eines AMP-Templates ist nicht besonders kompliziert, kann aber durch die strikten Vorgaben herausfordernd sein. Zum Glück wurden bereits viele Funktionen hinzugefügt, dennoch kann es vorkommen, dass man auf bestimmte Dinge (vorerst) verzichten muss. AMP ist außerdem nur für statische Inhalte gedacht und einsetzbar, da diese direkt aus dem Cache geladen werden und nicht durch eine Web-Applikation oder ein CMS bei der Anfrage generiert.

Das Caching der AMP-Versionen der eigenen Seiten ist ebenfalls leicht umzusetzen. Vorerst werden die Seiten auf dem eigenen Server gehostet, z.B. unter amp.example.tld/pagetitle – hier sind sie von überall abrufbar, de facto wird sich aber kein Nutzer auf diese URL verirren. Google liest die Daten aus und speichert sie auf den eigenen Servern unter google.tld/amp/s/amp.example.tld/pagetitle – genau diese URL wird auch in den Suchergebnissen ausgespielt.

Responsive & AMP-Versionen

Mobile Versionen der selben Seite im Vergleich

Die größte Hürde bei der Entwicklung von AMP-Templates ist die Auseinandersetzung mit den Regeln. Es gibt viele Kleinigkeiten die beachtet werden müssen und nur wenn alle Regeln eingehalten werden, kann eine Seite als valide eingestuft werden. Das ist die Voraussetzung, dass sie von Google als AMP-Seite akzeptiert und in die Suchergebnisse aufgenommen wird.

Für alle Interessierten lohnt sich ein Blick auf die offizielle Projektseite, die alles Relevante abdeckt.


Google ist dabei, mit dem AMP-Projekt einen Standard für die mobilen Seiten einer Website zu etablieren und wir sprechen dabei mittlerweile nicht mehr nur von News und Blogartikeln. Früher oder später resultiert daraus, dass eine Website ohne AMP-Version in der mobilen Google-Suche schlechter gefunden wird.

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