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TYPO3 Neos

TYPO3 Neos: Das CMS der Zukunft?

16th Januar 2014

Am 10. Dezember letzten Jahres wurde TYPO3 Neos 1.0 veröffentlicht. Doch welche Möglichkeiten bietet das neue Content-Management-System? Wie funktioniert das moderne Backend und wie intuitiv ist das System für Entwickler und Redakteure?

Wie TYPO3 Neos entstand

2006 begannen die Arbeiten an der fünften Version von TYPO3. Mit der neuen Version sollte das Content-Management-System grundlegend neuentwickelt und modernisiert werden. Die Änderungen waren jedoch so tiefgreifend, dass man sich entschloss, das Projekt abzutrennen – TYPO3 Neos war geboren, auch wenn es damals noch nicht so hieß. TYPO3 wurde in TYPO3 CMS umbenannt und machte 2012 den Sprung von Version 4.7 auf 6.0, um nicht noch mehr Verwirrung im TYPO3-Universum zu stiften. Das neuentwickelte PHP-Framework TYPO3 Flow dient zusammen mit der Template-Engine Fluid als Basis für TYPO3 Neos.

Wie funktioniert TYPO3 Neos?

Die strikte Trennung zwischen Front- und Backend, wie es in anderen Content-Management-Systemen der Fall ist, wurde aufgehoben. Den Besuchern der Website wird weiterhin lediglich das Frontend ausgegeben, Redakteuren stehen hingegen ganz neue Möglichkeiten und Bedienkonzepte bei der Verwaltung der Inhalte zur Verfügung. Um Inhalte zu bearbeiten wird den Redakteuren nicht mehr nur lediglich eine Liste der Inhaltselemente oder die grobe Struktur dieses angezeigt, viel mehr wird das Backend über das Frontend gestülpt – im Grund ein großer und intuitiver WYSIWYG-Editor.
TYPO3 Neos Backend
Diese Vorgehensweise ermöglicht den Redakteuren auf intuitive Weise Inhalte zu verändern und einzufügen. Veränderungen sind sofort sichtbar und lassen sich über einen Klick auf den Publish-Button veröffentlichen.

Überblick über Funktionen und Möglichkeiten

Das Backend ist lediglich in eine Handvoll Bereiche unterteilt und im Vergleich zum älteren Bruder sehr übersichtlich und aufgeräumt. Viele Funktionen existieren in TYPO3 Neos nicht, was das CMS auf den ersten Blick in seiner Funktionsvielfalt einschränkt. Der Bereich für die Inhaltsbearbeitung sticht mit den meisten Möglichkeiten hervor:
TYPO3 Neos Navigation

Der Navigations-Bereich

Am linken Bildschirmrand befindet sich die Navigationsleiste. Wie auch bei TYPO3 CMS ist dort der Seitenbaum zu finden. Mit ihm lassen sich neue Seiten anlegen und existierende löschen, bearbeiten, kopieren, verschieben und aktivieren/deaktivieren. Außerdem werden alle Seiten markiert, auf denen eine Änderungen vorgenommen wurde, die noch nicht veröffentlicht wurde.
Unter dem Seitenbaum ist die Elementstruktur der aktuell ausgewählten Seite abgebildet. Dies lässt sich mit der Listenansicht eine Seite in TYPO3 CMS vergleichen. Inhaltselemente können erstellt, kopiert, gelöscht, verschoben und aktiviert/deaktiviert werden.

Die Inhaltselemente

Den Redakteuren stehen unterschiedliche Inhalts- und Strukturelemente zur Verfügung. Neben bekannten Elementen wie z.B. Überschriften, Text und Bilder lassen sich auch YouTube-Videos direkt einbinden. Mit Hilfe der Strukturelemente lassen sich Spalten erstellen und Inhalte auf der Seite strukturieren.


Von Beginn an steht eine kleine Anzahl an Plugins zur Verfügung (Carousel-Funktion, Flickr Foto-Feed). Weitere Plugins können entwickelt werden und zusätzliche Funktionen bzw. Inhaltstypen lassen sich so zur Auswahl hinzufügen.

Die Textbearbeitung

Sobald der Redakteur einen Text mit der Maus markiert, erscheint eine Werkzeugleiste am oberen Bildrand, mit der die Textbearbeitung möglich ist. Die Anzahl der Werkzeuge ist relativ begrenzt, dafür aber selbsterklärend und lässt sich von jedem Benutzer schnell verstehen, der schon einmal mit einem Textverarbeitungsprogramm gearbeitet hat.


Textelemente lassen sich, wenn sie aktiv sind, außerdem mit nur einem Klick ausblenden, ausschneiden, kopieren oder entfernen.

Der Inspektor

Dieser Bereich befindet sich am rechten Bildschirmrand und stellt eines der nützlichsten Tools dar. Mit der Hilfe des Inspektors lassen sich die Eigenschaften von Seiten und Inhaltselementen verändern. Dabei kommt es darauf an, welcher Elementtyp aktiv ist und bearbeitet werden soll – dementsprechend verändern sich die möglichen Einstellungen.
Für Bilder können z.B. die Abmessungen und Ausrichtung festgelegt und Alt-Texte sowie Verlinkungen und einiges mehr bestimmt werden.

Das Datenmodell

Das wohl innovativste Merkmal aus Entwicklersicht ist das flexible Datenmodell von TYPO3 Neos. In der Regel bilden Content-Management-Systeme Dokumente bzw. Texte und Elemente ab. Möchte man Daten in strukturierter Form verwalten können, z.B. in Form einer Datenbank für Produkte, muss diese Datenbank über eine Erweiterung programmiert werden.

Mit TYPO3 Neos lassen sich beliebige Datenstrukturen einfacher abbilden und mit TypoScript erweitern. Eine Datenstruktur wird in erster Linie konfiguriert, nicht programmiert. Einen ersten interessanten Artikel, wie Neos weiterentwickelt werden kann, findet sich im Blog von Mittwald: TYPO3 Neos erweitern. In Zukunft wäre es sogar denkbar, dass Redakteure neue Strukturen selber zusammenstellen und TYPO3 Neos nach eigenen Bedürfnissen erweitern können.
 

Management & Administration

Neben der Inhaltsbearbeitung lassen sich im Backend noch die beiden Hauptbereiche Management und Administration finden.

Im Managementbereich werden die Workspaces verwaltet. Alle Änderungen die einen Redakteur vornimmt, werden hier abgespeichert. Dabei besitzt jeder Redakteur seinen eigenen Workspace, was ein gleichzeitiges Bearbeiten der Inhalte ermöglicht. Um die Änderungen auch auf der Live-Seite anzuzeigen ist die Betätigung des Publish-Button nötig.
Jede einzelne Änderung ist im Workspace aufgelistet, lässt sich einzeln veröffentlichen oder rückgängig machen. Das Widerrufen der Änderung funktioniert jedoch nur solange sie noch nicht veröffentlicht wurde, da TYPO3 Neos noch keine Versionierung besitzt.
Die Verwaltung von Grafiken/Fotos, PDF-Dokumenten, Videos etc. findet im Medienbereich statt. Alle zur Verfügung stehen Dateien stehen den Redakteuren an dieser Stelle zur Verfügung und können z.B. umbenannt oder auf getagt werden.

Der Administrationsbereich dient der User- und Paketverwaltung. Standardmäßig wird lediglich zwischen Administrator und Editor unterschieden. Während Administratoren vollen Zugriff auf das Backend genießen, sind Editoren lediglich in der Lage Veränderungen am Inhalt der Website vorzunehmen.
Die Paketverwaltung ist nötig, da TYPO3 Neos auf dem Framework TYPO3 Flow basiert. Flow ist ein Paket-basiertes System, wodurch auch Neos auf einzelnen Paketen aufgebaut ist. Die Pakete sind in unterschiedliche Kategorien unterteilt; Application, Framework, Libraries und Sites. Einzelne Pakete lassen sich deaktivieren, löschen oder auch hinzufügen. Websitespezifische Elemente wie z.B. Templates oder spezielle Erweiterungen werden dabei in einem oder mehreren Paketen unter Sites zusammengefasst. Im Sites Management lassen sich diese Pakete verwalten.

Fazit

TYPO3 Neos versteht sich nicht als Nachfolger von TYPO3 CMS. Es geht in vielerlei Hinsicht völlig neue Wege und ist damit mit Sicherheit eines der innovativsten CMS auf dem Markt. Der Funktionsumfang kann mit TYPO3 CMS natürlich nicht mithalten. Für TYPO3 CMS gibt es tausende Erweiterungen, die aufgrund des neues Konzeptes von TYPO3 Flow gar nicht mehr notwendig werden. Datenstrukturen die vormals aufwendig programmiert werden mussten, können mit Neos deutlich einfacher konfiguriert werden. Hier steckt ein riesiges Potenzial!

Für Redakteure stellt es eine erhebliche Verbesserung dar und die ersten einfachen Web-Projekte wurden bereits mit Neos realisiert. Der unschätzbare Best Practice Vorteil eines so etablierten Produktes wie TYPO3 CMS ist sehr schwer einzuholen. TYPO3 Neos löst TYPO3 CMS nicht ab, es stellt eine Alternative dar, die in vielerlei Hinsicht zukunftsfähigere Konzepte bedient.

Kommentare

  • Christian Michael
    22:58 am 18. März 2014
    Christian Michael
    Antworten Autor

    Empfehlenswerter deutscher Artikel zum Thema NEOS.

    Plugins (Extensions) wäre noch interessant beispielsweise ein News Plugin. Sind Plugins überhaupt integrierbar oder läuft das alles unter der Haube mit Flow ?

  • Florian Tatzel
    12:29 am 20. März 2014
    Florian Tatzel
    Antworten Autor

    @Christian Michael
    So wie ich das sehe werden bei Neos die Extensions auch „Packages“ genannt. Das ist im Typo3 ja eigentlich nicht anderes. Die Struktur ähnelt Extbase, da Flow ja eigentlich die Grundlage bei Extbase ist.

    In der Dokumentation befinden sich hinweise, eigene Content Elementtypen zu erstellen. Das sind dann eben auch Plugins. 🙂
    Die Plugins sind von Entwicklersicht ja eigentlich nur Packages die ein Plugin Content Element zur verfügung stellen.